26.11.2019 | 19:00 - 20:00 Uhr

Frühere Beamte der Gestapo Trier im Bundesnachrichtendienst – Vortrag fällt wegen Krankheit aus!

Anonymisierte Seite aus dem "Verzeichnis des Besonderer Personenkreises" der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg aus dem Jahr 1964, das Kurz-Biographien von BND-Mitarbeiter umfasst, die an NS-Verbrechen beteiligt waren; Generalaktenbestand III-43).
Anonymisierte Seite aus dem "Verzeichnis des Besonderer Personenkreises" der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg aus dem Jahr 1964, das Kurz-Biographien von BND-Mitarbeiter umfasst, die an NS-Verbrechen beteiligt waren; Generalaktenbestand III-43).

Vortrag von Gerhard Sälter

Allein 14 frühere Beamte der Gestapo Trier haben nach dem Krieg zu verschiedenen Zeiten beim BND gearbeitet. Darunter waren Männer, die sich aktiv und verantwortlich an den Gewalttaten der Nazis beteiligt hatten. Dazu zählten Carl Schütz, der leitend am Massaker in den ardeatinischen Höhlen beteiligt war, Friedrich Busch, der die Deportation von Juden aus Nordfrankreich mitorganisierte, und mehrere Beanmte, die an den Folterungen im KZ Hinzert oder bei den Verfolgungen des Widerstands in Luxemburg mitgemacht hatten oder an der Ermordung von Juden, Polen und Anderen in Osteuropa beteiligt waren. Ausgehend von der erstaunlichen Tatsache, dass solche Männer Angestellte oder gar Beamte einer bundesdeutschen Sicherheitsbehörde werden konnten, beschreibt der Vortrag zunächst die Rekrutierung von Mitarbeitern durch den entstehenden Bundesnachrichtendienst, die Praxis der Überprüfung neuer Mitarbeiter und die Resultate seiner Einstellungspolitik. Eines der Ergebnisse war, dass in den fünfziger Jahren im BND ein Netzwerk von ehemaligen Gestapo-Beamten entstand, welche zusammen mit anderen Nazi-Netzwerken Einfluss auf die Tätigkeit des Dienstes und seine Personalpolitik nahmen. Dabei reichte die Vernetzung dieser Männer bis weit in die Gesellschaft hinein, in der informelle Zusammenschlüsse ehemaliger NS-Beamter, die in staatliche Machtpositionen zurückgekehrt waren, nicht unerheblichen Einfluss besaßen. Gleichzeitig unterhielten einige dieser Männer Kontakte zum rechten Rand der Gesellschaft und viele der rechtsradikalen Parteigründungen der frühen Bundesrepublik geschahen unter führender Beteiligung von BND-Beamten. Schon dies deutet darauf hin, dass die meisten dieser Männer noch immer den Vorstellungen anhingen, welche sie vor 1945 erworben hatten. Gegenüber der Gesellschaft hat der BND die erhebliche Belastung seiner Tätigkeit durch die Mitwirkung dieser NS-Funktionäre immer geleugnet und bis in dieses Jahrhundert hinein zu vertuschen versucht, bis die 2011 beginnende Tätigkeit einer Historikerkommission Licht ins Dunkel brachte. Der Berliner Historiker Gerhard Sälter beleuchtet dieses Thema im Rahmen eine Vortrags. 

  • Der Vortrag von Gerhard Sälter am 26. November fällt wegen Krankheit aus!

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