Roter Saal: Die Geschichte Triers von der Antike bis heute

Im ersten Obergeschoss veranschaulichen im Nordflügel ausgewählte Exponate die Geschichte Triers von der Antike bis in die heutige Zeit.

Trier gilt als die älteste Stadt Deutschlands. Die Moselstadt wurde um 18/17 v. Chr. gegründet und war im 4. Jahrhundert eine der Kaiserresidenzen des Römischen Reiches. Damals reichten ihre Anlagen von der Nordallee bis etwa zur Töpferstraße im Süden. Das Straßennetz war systematisch gerastert, am Schnittpunkt der beiden Hauptstraßen lag das Forum, der heutige Viehmarkt.

Die Folge „Malerische Ansichten der merkwürdigsten Alterthümer und vorzüglicher Naturanlagen im Moselthale bey Trier" zeugt von der Begeisterung, die antike Bauwerke im 19. Jahrhundert hervorriefen. Die Serie stammt von dem Trierer Künstler Johann Anton Ramboux (1790-1866), der wie kein anderer Trierer Maler seiner Heimatstadt ein exzellentes Denkmal setzte.

Zu den beliebtesten Exponaten in diesem Raum gehört ein Stadtmodell, das den Zustand Triers in der Zeit um 1800 wiedergibt. Eindrucksvoll lässt sich hier die ursprüngliche Stadtanlage mit Straßenführungen und Bauwerken nachvollziehen.

Nach den Verwüstungen der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert und der endgültigen Einnahme Triers durch die Franken um 485 verfielen die römischen Anlagen. Das mittelalterliche Trier (1000-1500) war ein Ort, in dem mit der Zeit immer mehr geistliche Gemeinschaften entstanden. Kirchen und Klosteranlagen wurden gebaut. Zentrum wurde schließlich der Dom St. Peter mit der südlich angrenzenden Liebfrauenkirche.

Im römischen Nordtor, der Porta Nigra, ließ sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts der Einsiedler Simeon nieder. Nach seinem Tod 1035 wurde er heilig gesprochen und die Porta Nigra in eine Stiftskirche umgewandelt. Da sie nun zu einem heiligen Ort geworden war, entging sie dem Abriss - im Gegensatz zu vielen anderen Großbauten, die als Steinbrüche genutzt wurden.

Nach dem Verfall der römischen Stadtmauer bildete der wohl seit der Zeit um 1000 ummauerte Dombering mit seinem davor liegenden Markt den Kern des mittelalterlichen Triers. Trier entwickelte sich zu einer Stadt der Bischöfe und Bürger, denn Stadtherren wurden die Erzbischöfe. Daneben verfestigte sich seit dem 12. Jahrhundert die Stadtgemeinde. An ihrer Spitze standen die Schöffen und der Schöffenmeister und später zusätzlich zwei Bürgermeister. Das Rathaus befand sich auf dem heutigen Kornmarkt, darüber hinaus errichtete die Stadt im 15. Jahrhundert am Hauptmarkt die so genannte Steipe als Fest- und Tanzhaus.

Seit dem späten Mittelalter zeichnete sich der Niedergang Triers in der frühen Neuzeit (1500-1800) ab. Nach einem gescheiterten Reformationsversuch 1559 wanderten weite Bevölkerungsschichten ab. Hexenprozesse, Seuchen und nicht enden wollende Kriege schufen ein Klima der Bedrückung. Ende des 17. Jahrhunderts war der Tiefpunkt erreicht, Trier zählte nur noch rund 2.800 Bürger.