Gelber Saal: Wirtschaft, Tourismus und Verkehr, Glaubensgemeinschaften, Sport und kulturelles Leben in Trier

© Thomas Riehle
© Thomas Riehle
Der Westflügel des Simeonstifts ist im ersten Obergeschoss ausgewählten Themen der Stadt gewidmet. Von der Spätantike über die Zeit des Mittelalters bis in die Neuzeit hinein erlebte Trier einen kontinuierlichen Bedeutungsverlust. Einen Aufschwung brachte die hier verspätet einsetzende Gründerzeit seit den 1890er-Jahren. Erst im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts konnte Trier eine deutlichere Dynamik entfalten.

Klassische Produkte der Industriellen Revolution (Stahl, Tuche) fehlten weitestgehend. Stattdessen verlegte sich Trier im 19. und 20. Jahrhundert neben der Lederproduktion auf Genussmittel (Wein, Sekt, Bier, Tabak) und auf Luxusprodukte (Porzellan, Rosen, Schmuck, Mode). Trier wurde zur „Stadt der schönen Dinge".

Die in napoleonischer Zeit gegründete Porzellanmanufaktur produzierte hochwertige Ware. Die Produktpalette umfasste Kaffee- und Teeservice, Ziertassen, Vasen und Pfeifenköpfe. Besonders beliebt waren Produkte mit Ansichten der Stadt Trier und ihrer Umgebung. Wichtigster Erwerbszweig seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Tabakindustrie, die bis heute den größten privaten Arbeitgeber in Trier stellt. Auch das Ledergewerbe spielte eine nicht unwesentliche Rolle, das so genannte Trierer Sohlleder war weithin gefragt. Daneben sind Brauereien und Sektkellereien von einiger Bedeutung. Industrielle Züge trug auch die Rosenzüchtung, die um 1900 weltweiten Rang erlangte.

Heute ist der Tourismus eine wesentliche Grundlage des hiesigen Wirtschaftslebens. Römerbauten und Kirchen, die historische Altstadt, aber auch die Museen ziehen Jahr für Jahr Hunderttausende von Besuchern an.

Mobilität ist von jeher ein Thema der Stadt am Fluss. Zur Römerzeit war Trier einer der Knotenpunkte des reichsumspannenden Straßennetzes. Die Mosel dagegen war wegen ihres windungsreichen Verlaufs nur bedingt für den Transport geeignet. Dennoch begann 1841 ein regelmäßiger Dampfschiffverkehr zwischen Trier und Koblenz. Im 19. Jahrhundert erhielt die Stadt erst spät Anschluss an das Eisenbahn-, im 20. Jahrhundert an das Autobahnnetz.