Objekt des Monats

Jagdstillleben von Johann Zauffaly (Zoffany), Ölgemälde, 1760, Inv. Nr. III 34
Jagdstillleben von Johann Zauffaly (Zoffany), Ölgemälde, 1760, Inv. Nr. III 34

Das Stadtmuseum Simeonstift besitzt ein exquisites Jagdstillleben des Malers Johann Joseph Zoffany und damit das einzig bekannte aus seiner Hand. Ursprünglich war es wohl zur Raumausstattung im Trierer Palais gedacht. Virtuos ist die Malweise, wirkungsvoll heben sich die Stofflichkeit von Federn und Fell vor dem schlichten dunklen Hintergrund ab. Jagdstillleben waren als Motiv sehr beliebt und schmückten beispielsweise Speisesäle. Den zeitgenössischen Besucher informierten sie zugleich über das Jagdgeschick des Hausherrn und stellten seine Herrschaft über den Grundbesitz heraus.

Zoffanys frühe, in Deutschland entstandene Arbeiten zeigen überwiegend mythologische oder biblische Themen. Seit 1758 stand er im Dienst des Trierer Kurfürsten Johann Philipp von Walderdorff und lebte in der Malerkolonie Ehrenbreitstein in Koblenz. Gemeinsam mit Januarius Zick war auch er an der Ausgestaltung des Kurfürstlichen Palais’ beteiligt.

Im Sommer 2012 wurde das Stillleben an die Londonder Royal Academy ausgeliehen, wo eine umfangreiche Ausstellung zum Künstler zu sehen war. Zoffany nämlich ist ein englischer Maler deutscher Herkunft. Im Jahr 1733 in Frankfurt geboren, ging er im Alter von 27 Jahren nach London, wo er überaus große Erfolge mit seinen brillanten Porträts und sogenannten conversation pieces erzielte, zwanglosen Darstellungen gleich mehrerer Personen im entspannten Gespräch. Zu seinen Auftraggebern gehörten alle, die damals Rang und Namen hatten, von berühmten Theaterschauspielern bis zu Mitgliedern des englisches Hofes. Im Jahr 1776 erhob Kaiserin Maria Theresia den angesehenen Maler in den österreichischen Adelsstand, Georg III. ernannte ihn zum Mitglied der Royal Academy.