Objekt des Monats

Judith Röder: Mein Atem, Stadtmuseum Simeonstift Trier. Foto: Judith Röder, Höhr-Grenzhausen
Judith Röder: Mein Atem, Stadtmuseum Simeonstift Trier. Foto: Judith Röder, Höhr-Grenzhausen
Die Künstlerin Judith Röder wurde 1981 in Daun geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Kunstglaserin, anschließend studierte sie am Institut für Künstlerische Keramik und Glas in Höhr-Grenzhausen. Ihr bevorzugtes Ausdruckmittel ist Glas.

Der Akt des Atmens ist laut Röder Ausdruck des Lebens. Wie mit dem Leben ist auch die Sprache eng mit dem Atem verbunden. Diese ist Ausdruck des menschlichen Daseins. Sie stellt eine enge Verbindung zwischen dem Atem und dem Geist her. So verwundert es nicht, dass im Lateinischen »anima« der Begriff für Atem und Seele ist.

Die Arbeit »Mein Atem« ist Ausdruck der künstlerischen Seele und Sprache. Sie besteht aus einer kleinen Glasblase, an deren einem Ende noch die Glasverbindung zum Werkzeug der Glasbläserin, zum Blasrohr, erkennbar ist. Zur Arbeit gehört eine Vitrine, an deren Vorderseite eine Messingplakette mit der Aufschrift »MEIN ATEM 12.10.2009 11:23-11:24« befestigt wurde. Die genaue Datierung auf die Minute verdeutlicht den künstlerischen Gestaltungsakt. Für eine Minute hat die Künstlerin ihre ganze Seele in die Produktion der kleinen Glasblase gelegt.

2010 nahm Judith Röder am Wettbewerb zum Ramboux-Preis der Stadt Trier teil und wurde gemeinsam mit Nicole Ahland ausgezeichnet. Der Preis beinhaltet für die ausgezeichneten Künstler eine Einzelausstellung im Stadtmuseum sowie einen Ankauf. Von Judith Röder wurde die Arbeit »Mein Atem« aus dem Jahr 2010 angekauft.