Goldener Coup für das Stadtmuseum

Kostbare Neuerwerbung für die städtische Kunstsammlung

Ansicht des Pokals mit dem Trierer Stadtwappen und einer Kartusche mit der Ansicht des Hauptmarkts © Stadtmuseum Simeonstift Trier
Ansicht des Pokals mit dem Trierer Stadtwappen und einer Kartusche mit der Ansicht des Hauptmarkts © Stadtmuseum Simeonstift Trier

Eine Goldschmiedearbeit von herausragender Qualität und mit engem Bezug zur Trierer Stadtgeschichte darf das Stadtmuseum Simeonstift fortan sein Eigen nennen: Das Museum konnte den prunkvollen Deckelbecher der Familie Rautenstrauch im Kunsthandel für die städtische Kunstsammlung erwerben.

Zur Silberhochzeit der Eheleute Anna Maria Joest und Eugen Rautenstrauch im Jahr 1897 ließ ein unbekannter Schenker sich nicht lumpen: Ein prunkvoller Deckelbecher wurde bei dem renommierten Trierer Goldschmied Brems-Varain in Auftrag gegeben, in dessen Werkstatt dieser in kunsthandwerklich höchster Qualität ausführte wurde.

Die Motive des Pokals verweisen auf Städte, die für die Familie Rautenstrauch von großer Bedeutung waren, darunter Köln, Antwerpen und Straßburg – Orte, in denen die weitverzweigte Trierer Kaufmannsfamilie neben dem Stammsitz an der Mosel Dependancen eröffnet hatte. Die Hauptrolle auf dem Deckelbecher spielt jedoch die Stadt Trier: In vier Kartuschen sind umlaufend gravierte Ansichten der Stadt eingebracht: Die Porta Nigra, eine Ansicht Triers von Westen, das Palais Rautenstrauch (Warsberger Hof) und der Hauptmarkt mit Steipe. Unter diesen Elementen ist in einem umlaufenden Spruchband eine Zeile aus dem Mosellied eingraviert: „O Moselstrand, o selig Land, ihr grünen Berge, o Fluß und Thal, ich grüss euch von Herzen vieltausendmal.“

Johann Wilhelm Rautenstrauch (1791-1858), der Onkel des Jubilars, hatte in Trier den Grundstein für das Imperium der Familie Rautenstrauch gelegt, die bis ins 20. Jahrhundert hinein eine internationale Größe im Gerbereiwesen und im Lederhandel war. Der Pokal, dessen Stifter bislang unbekannt ist, zeigt die nachhaltige Verbundenheit der Familie Rautenstrauch mit der Stadt Trier. Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr ist glücklich über den Neuzugang in der Sammlung: „Der Pokal vermittelt ein wichtiges Kapitel der Trierer Wirtschaftsgeschichte ganz unmittelbar auf einer menschlichen Ebene – noch dazu ist die Ausführung erste Güte. Für die städtische Sammlung ist uns damit ein echter Coup gelungen.“

Als stadtgeschichtliches Schlüsselobjekt soll der Deckelbecher auch einen Platz in der neu eingerichteten Dauerausstellung bekommen, die für 2023 geplant ist.

 

 
Bildergalerie
  • Detail einer gravierten Kartusche mit einer Ansicht der Stadt Trier von Westen´© Stadtmuseum Simeonstift